Genealogie Familienforschung in Anholt Am Beispiel der Familie/n Vallée 


Am Samstag, den 27. März 2021 hatten wir    ( Gerhard Schaffeld – seine Mutter ist eine geborene Vallée aus Anholt, Geburtshaus ist das Haus Thuilot an der Kreuzung Niederstraße/Adolf Donders Allee und Karin von Plettenberg Vallée) einen Besichtigungstermin des Anholter Rathauses mit dem jetzigen Eigentümer, Herrn Jörg Uhlenbrock. 

Ein  Johann Hermann Vallée, ein Bruder zu unseren Ururgrossvätern, hat 1851 als Stuckateur im Anholter Rathaus gearbeitet. 

Woher wir das wissen? Er hat, klar und deutlich lesbar, seine Signatur im Stuck des Deckenbalkens des Sitzungssaals hinterlassen, auf den vielen existierenden Fotos deutlich zu erkennen.

Das wollten wir uns natürlich ansehen und fotografieren, als Dokument für das Familienarchiv Vallée. 

Außerdem nahmen wir an, dass Herr Uhlenbrock einiges zur Bau – und Umbaugeschichte des Rathauses beizutragen hätte.


 




 

Tritt man oben durch die Türe ins Rathaus, so kommt man als erstes in einen großen Raum mit freigelegter Holzdecke. Die Jahrhunderte alten Holzbohlen sind vom Putz befreit und bieten ein grandioses Bild. In einem der großen Balken unter der Decke, befindet sich ein ca. 60cm breites, quadratisches Loch, eine Durchreiche auf den Speicher des Rathauses. Rechts und links von dieser Durchreiche befindet sich,  je ein ca. 10cm im Durchmesser, großes rundes Loch. Durch diese Löcher führte man die Seile  - mit deren Hilfe die Abgaben „der Zehnte“ geleistet wurde, nach oben auf den Söller zur Lagerung. 

Im angrenzenden hinteren Raum, dem alten Sitzungssaal, sind herrliche Stuckarbeiten von Heinrich Christian Hansche und Johann Hermann Vallée, zu sehen. 


In der Decke des Raumes, sowie über dem Kamin, ist ein Krieger mit dem Wappen der Stadt Anholt abgebildet, mit folgender Inschrift: „ die stat Anholt 1720“. 

Auf dem daneben liegenden, mit Stuckarbeiten verkleideten großen Balken sahen wir NICHTS!

 Keine Inschrift, die dort auf dem Balken wohl einmal angebracht worden war. Nichts, nur der glatte verkleidete Deckenbalken. Ursprünglich hatte dort der Stuckateur Johann Hermann Vallée seinen Namenszug sowie die damalige Jahreszahl hinterlassen, siehe Foto.                                         

RENOVATIUM Anno 1851 J.H. Vallée 

Nach Aussage von Herrn Uhlenbrock, war der aufgebrachte Schriftzug von J.H.Vallée schon nicht mehr vorhanden, als er das Rathaus übernahm. 

Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir das einzigartige Dokument von unserem Vorfahren nun nicht mehr ansehen können. Aber eben auch enttäuscht über die getane Art und Weise der Renovierung. 

Letztendlich ist es unter Handwerkern seit Jahrhunderten üblich, durch eine Inschrift die eigene Arbeit zu kennzeichnen. Eine andere Dokumentation war damals und auf lange Zeit auch nicht möglich. Schade, dass dieses Zeitdokument nun für immer verschwunden ist. Somit bleibt leider – oder positiv ausgedrückt – Gott sei Dank doch/ nur ein Foto der Inschrift. 






Familienforschung birgt Überraschungen und Wissenswertes

Die Forschung nach den eigenen Ahnen, deren Lebensumstände und Besonderheiten bringt so manches wieder zum Vorschein was längst als Wissenswert in einer Schublade oder einem Fotoalbum abgelegt war.
Hier nun spielt ein aufgehobener Zeitungsartikel eine bedeutende Rolle. Er bringt erneut die Aktivitäten und Handlungen des Großvaters wieder ans Licht und zeigt, dass dem Ganzen eine große  Bedeutung zugemessen wurde.


Franz Vallée war als Schlosser beim Fürsten zu Salm - Salm in Anholt angestellt. Er liebte seine Arbeit und half gerne und bereitwillig über sein normales Stundenkonto hinaus. Wo Not am Mann war, war er zur Stelle. Besonders nach den Kriegsjahren war seine Hilfe, waren seine handwerklichen Fähigkeiten gefragt.
Die Kaiserliche Hoheit schätzte seine Arbeit und forderte ihn gerne an um kleinere und oftmals größere Arbeiten zu erledigen. Nach dem Krieg war alles Material knapp und so forderte eine Reparatur ab und zu einen kreativen Geist. 

 

Der Geehrte in fröhlicher Runde, von links: Franz Vallée mit Gattin Ludowika, Johann Vallée mit Gattin Agnes, SD Nikolaus Fürst zu Salm Salm. 

1968 wurde Franz Vallée aufgrund seines unermüdlichen und fortwährenden Arbeitseinsatzes mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Während einer Feierstunde auf der Wasserburg Anholt bekam er das Bundesverdienstkreuz vom damaligen Regierungspräsidenten, Dr. Schneeberger, überreicht. 


Franz Vallée bekommt das Bundesverdienstkreuz vom Regierungspräsidenten Dr. Schneeberger überreicht

50 Jahre war Franz Vallée als Schlosser und Landarbeiter für das Fürstliche Haus zu Salm-Salm in Anholt tätig und hat sich besonders um die Erhaltung und Pflege der Kulturdenkmäler und Kulturgüter der Wasserburg Anholt verdient gemacht. Wie viele andere Anholter Bürger*Innen war er sein Leben lang dem Fürstenhaus verbunden und liebte es, aus dieser Zeit in Erinnerungen zu schwelgen.



Haben Sie in Ihrer Familie ebenfalls Ehrungen oder spezielle Ereignisse die Sie wichtig finden, die wir den Lesern vorstellen sollen, so freuen wir uns über jede Zuschrift.

Kontakt:  mail@anholt-heimatverein.de

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