Seit 2009 hat der Heimatverein Anholt seinen Sitz in Anholt in der Hohen Straße, Hausnummer 10.
Lange Zeit betrieb dort die Familie Lange ihre Metzgerei und das dazu gehörigen Ladenlokal in dem die selbst hergestellten Fleisch und Wurstwaren zum Verkauf angeboten wurden.
Der Blick durch das große Schaufenster fiel in den Verkaufsraum mit der großen Theke im Hintergrund.

Im Schaufenster selber bot Metzgermeister Lange seine haltbaren Wurstwaren an, in der Kühltheke lagerte Frischfleisch, verderbliche Wurstwaren und selbstgemachtes Sauerkraut.

 

Auch heute erfüllt das alt gediente Schaufenster noch seinen ursprünglichen Zweck.
Es dient dem Heimatverein als Schaufenster in vergangene Zeiten, wie auch zur Darstellung zeitgenössischer Themen.
Angelehnt an den jahreszeitlichen Ablauf in der Natur, den religiösen und kulturellen Feierlichkeiten und Festen, Jubiläen und Jahrestagen, findet der interessierte Spaziergänger und Tourist, Einblick in das Anholter Leben.


Ein Höhepunkt war im vergangenen Jahr das Fenster zu Sankt Martin.

Da aufgrund der Corona Pandemie alle Aktionen und Projekte zu St. Martin abgesagt werden mussten, hatte Ilke Hakvoort ( Beisitzerin im Vorstand des Heimatvereins Anholt ), die die Ideen zu den dargestellten Themen entwickelt und das Fenster entsprechend gestaltet, ein stimmungsvolles Abbild des St. Martin Tages in Anholt gezeichnet.
Der rote Umhang, Helm und Schwert, dem Heiligen Martin zugeordnet, konnten aus der Nähe betrachtet werden. Umgeben von den vielen Laternen und Lichtern, die besonders in der Dämmerung ein stimmungsvolles Bild abgaben.
So reihte sich unser *Zeitfenster zu St. Martin* 2020,  auch in den Laternenlauf der St. Franziskus Pfarrei ein. Kinder und Eltern besuchten auf ihrem eigenen, privaten Laternenlauf an diesem Abend auch unser Fenster und sangen Martinslieder.
Am Heimathaus wurden sie von Christian Hakvoort (Beisitzer im Vorstand des Heimatvereins Anholt ) musikalisch auf seiner Klarinette begleitet, zunächst von einem geöffnete Fenster der oberen Etage.
Im Laufe des Abends gesellte sich noch Herr Biermann mit seinem Saxophon dazu und vervollständigte einen stimmungsvollen Abend!

 Wir laden Sie nun ein, die "Zeitfenster" zu betrachten!

Viel Vergnügen.



Z e i t f e n s t e r   2 0 2 1































Zeitfenster Juli 2021

Zeitfenster Heimathaus:

   Entwurf, Gestaltung, Text:  Ilke Hakvoort

   Fotos: Copyright Heimatverein Anholt/Ilke Hakvoort

   Begleittext/Webseite, Facebook und Instagram: Karin von Plettenberg Vallée


 

Große Wäsche im Heimathaus

Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh……

Wer von euch weiß noch, wie das alte Kinderlied vom Text her weiter gesungen wird!

Zeigt her, eure Füße

Zeigt her, eure Schuh…

Und sehet den fleißigen Waschweibern zu!



Die Bezeichnung Weib war zur damaligen Zeit durchaus für die Frau üblich und bedeutete keinerlei Abwertung. Auch, dass das Waschweib als alt bezeichnet wurde, war nicht herabsetzend gemeint.

Vielmehr zeigt es, dass auch Frauen in den älteren Jahren noch fleißig daheim mithalfen, und zwar beim Wäsche machen. Irgendwie gab es immer etwas zu erledigen uns so war wirklich jede Hilfe, jede helfende Hand, willkommen.

Da früher die Elektrizität noch nicht überall in den Häusern und Wohnungen Einzug und Verwendung gefunden hatte, wurde und musste alles noch mit Menschenkraft erledigt werden.




Ilke Hakvoort führt uns mit der Gestaltung dieses Fensters in die Zeit zurück, in der Hausarbeit noch eine wirklich schwer zu tätigende Arbeit war. Alles musste per Hand und mit geringen Hilfsmitteln von statten gehen, selten half damals der Ehemann. Für den waren in jener Zeit die Aufgaben und Rollen geschlechtsspezifisch verteilt. Oftmals hatte der Mann auch einen angefüllten Arbeitstag, von Stundenbegrenzung war noch nicht die Rede. So sah die Familie den Vater meistens erst am Abend zum gemeinsamen Abendbrot in der Küche.

Stand im Haus die große Wäsche an, tat die Hausfrau sich oftmals mit ihrer Nachbarin deshalb zusammen. Zwei Frauen bewältigten die schwere Arbeit gemeinsam bedeutend schneller und, was nicht unerheblich zum guten Gelingen der Arbeit beitrug, es gab jemanden zum Tratschen und Quatschen und die Kinder der einzelnen Familien konnten miteinander spielen. Und wenn man ganz viel Glück hatte, war unter den Kindern der Nachbarin ein älteres Mädchen das dann die Aufsicht über die Kleineren führte.

Vor dem Waschen wurde die Wäsche auch schon damals sortiert: Arbeitsbekleidung, Alltagssachen, Unterwäsche, Sonntagskleidung…

Die Arbeitsbekleidung durfte ruhig etwas rauer angefasst werden indem die Wäscherinnen sie mit einem Stück Kernseife gemeinsam über das gerillte Waschbrett rubbelten. Schäumte das Waschwasser konnte die Kernseife zur Seite gelegt werden, es war genügend Seife vorhanden.

War alle Arbeitskleidung gewaschen, wurde sie ausgewrungen und in einer großen Küpp zu zweit zu einer nahegelegenen Stelle an einem Fluss oder Gräfte getragen. Dort war meistens ein Steg vorhanden auf den die Frauen sich knieten und dann ein Wäschestück nach dem anderen durch das klare Wasser zog um die noch enthaltene Seife auszuwaschen. War die Seife entfernt konnten die gewaschenen Kleidungsstücke zum Trocknen auf die Leine gehangen werden. Im Volksmund hießen diese gemeinsam genutzten Trockenwiesen meistens „Bleiche“. Zum Bleichen kam die Bettwäsche und helles Leinen auf die Leinen um dann auch schon nach einigen Stunden trocken wieder abgehangen zu werden.



In Anholt gab es mehrere Bleichen. Die eine befand sich am Stadtgraben, kurz vor Konst. Die andere befand sich in unmittelbarer Nähe des Markts, ungefähr da wo heute die Niederstraße hinter der geschlossenen Apotheke herführt.




Nach dem Trocknen nahm man die Wäsche ab, legte sie sorgfältig zusammen und brachte sie sauber wieder nach Hause. Daheim kam die Wäsche sofort in den Schrank und Bügelwäsche kam an die Reihe, wenn die vielbeschäftigte Hausfrau dazu Zeit hatte.

Damals bedurfte es noch etwas an Vorlauf und Arbeit, wenn gebügelt werden sollte. Zuerst musste der Bügeltisch vorbereitet werden. Dazu bedeckte sie den Esstisch mit einem alten, sauberen Laken, stellte das Bügeleisen, je nach Befeuerungsart, auf die Herdplatte um dort aufzuheizen, oder auf ein dafür bestimmtes „feuerfestes Plättken“ so dass es sich mit seinem glühenden Boden nicht durch den Holztisch fraß.

Und dann wurde gebügelt, oftmals ebenfalls zu zweit. Während die eine bügelte legte die andere die Wäsche ordentlich zusammen. Uns so gab ein Wort das andere und jede war über die Vorgänge in der Nachbarschaft und Stadt bestens informiert. 















Mai 2021

Schuhmachermeister Theodor und Karl Flüür


Gestaltung und Fotos Ilke Hakvoort

Das Zeitfenster im Heimathaus gibt einen Einblick in die Werkstatt der Schuhmacher-Meister Theodor und Karl Flüür.

Theodor war der Ältere, der Vater von Karl. Beide Schuhmacher-Meister legten großen Wert auf korrekte Ausführung ihrer Arbeit und waren bemüht, dass die Anholter immer "gut zu Fuß" waren und der "Schuh nicht drückte".

Vor dem Bombenangriff 1945 hatte die Familie Flüür ihr Wohn - und Geschäftshaus dort wo jetzt die Niederstraße mit der Schloßstraße und Markt kreuzt.

Auf dem Foto ist Theodor Flüür in der Haustür stehend, mit Ehefrau, Schwiegertochter, Enkelin und Nachbarin Frau Bongers.

Damals führte die Niederstraße nicht wie heute durch den Ort, vielmehr machte sie ab Vallée, einen Bogen nach links auf den Markt und wurde als Markt auch weiter geführt. Das Stück heutiger Niederstraße -  von Vallée aus bis zur evangelischen Kirch, existierte damals nicht, da waren Gärten zu den Häusern am Markt.

Das Wohn- und Geschäftshaus Flüür stand vor dem Café Reimer, das schon auf der Schloßstraße war. Flüürs betrieben auch einen Schuhladen in dem die Anholter ihr Schuhwerk kaufen konnten.

Unvergessen bleibt Karl Flüür, der mit seinem Akkordeon den Anholtern viele musikalische Stunden bescherte.
























März 2021

Nachdem das Wetter uns mit Eis und Schnee überrascht hatte, blicken wir mit Freude auf die ersten Frühlingsboten.

Geschäftiges Arbeiten im eigenen Garten ist nun an der Reihe.

Neue Pflanzen werden eingesetzt, da hilft der PFLANZKALENDER bei der Auswahl.

Auch die heimische Vogel - und Insektenwelt will hier Beachtung finden.  Verschiedene Ratgeber helfen uns bei der Entscheidung.

Ausgesuchte Blumen und Kräuter sind ausgezeichnetes Bienenfutter, die Honig- und Wildbienen werden so vor dem Aussterben bewahrt.

Viele Ratgeber lassen sich im Internet finden, welches Saatgut wann ausgesät wird, wie der Pflanzabstand einzuhalten ist.

Unterschiedliche Aussaat - und Pflanzkalender sind gern gesehene Hilfen für den Anfänger.

Wir wünschen gutes Gelingen!













Januar 2021





Dezember 2020 




Zeitfenster Sankt Martin

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Oktober 2020



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April 2020


März 2020



 Zeitfenster Dezember / 2019  /  Januar 2020

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